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Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel

Die transtec AG und die Gewerbliche Schule Tübingen wollen zukünftig eng kooperieren. Jugendliche sollen praxisorientierte Perspektiven entwickeln, die ITler wollen damit dem Fachkräftemangel begegnen.

Das Technische Gymnasium und die transtec AG waren noch nie weit voneinander entfernt. Die weiterführende Schule und der börsennotierte Anbieter von IT-Lösungen trennt nur ein kurzer Steinwurf über das Tübinger Gewerbegebiet "Steinlachwasen".

Der räumlichen Nähe soll nun auch die inhaltliche folgen. In dieser gemeinsamen Absicht unterzeichneten gestern Schulleiter Erwin Horrer und Transtec-Personalleiter Daniel Speidel einen unbefristeten Kooperationsvertrag nach Vermittlung durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) und unter dem Dach ihres Programms "Wirtschaft macht Schule".

Mit der förmlichen Kooperation verfolgen die frischgebackenen Partner nun ein konkretes, gemeinsames Ziel: Man will auf beiden Seiten Interesse unter den Jugendlichen wecken. Interesse an der realen Wirtschaftswelt - fernab von rein theoretischen Lerninhalten.

Dies soll durch vielfältige Projekte und gemeinsame Lernangebote gelingen. transtec will den Schülern mit außerschulischen Angeboten Einblicke in das praxisorientierte Betriebsgefüge des börsennotierten Unternehmens geben. Inforunden mit aktuell beschäftigen Auszubildenden, Betriebsführungen mit Schülergruppen, Praktikumsangebote aber auch Infoveranstaltungen zu Gunsten der Lehrerschaft, zählen neben Unterrichtsbesuchen zu den konkreten Vorhaben. Sie alle sollen dazu beitragen, Schwellenängste abzubauen und den Jugendlichen einen realen und praxisnahen Eindruck abseits der Schulbänke zu vermitteln.

Was dem Schulleiter Erwin Horrer als zusätzliches, berufsvorbereitendes Angebot der Schule hochwillkommen ist, geht mit dem Ansinnen des Personalleiters Daniel Speidel Hand in Hand. Wie die gesamte Branche, hat auch der Tübinger IT-Dienstleister mit einem drohenden Fachkräftemangel zu kämpfen.

Von der nun vollzogenen Kooperation verspricht er sich mittelfristige und nachhaltige Synergieeffekte, sprich: den ein oder anderen Kandidaten, der sich im Hause der transtec AG zum IT- oder Marketingfachmann oder aber zum Lagerist ausbilden lassen will. Die Chancen, auch danach fest angestellt zu werden, stehen nicht schlecht. Rund 30 Prozent der Belegschaft stammen aus den eigenen Reihen.

Viel Überredungskunst brauchte es von Seiten der Schulleitung nicht. Ohnehin bestand schon vor der nun zu Papier gebrachten Kooperation eine - wenn auch sporadische, so doch unkomplizierte Zusammenarbeit. Nun aber resultieren die großen Überschneidungen im "Portfolio des Wissens" in einer neuen Qualität, so Speidel. Mit der Partnerschaft will er den Schülern eine berufliche Orientierung und Zielklarheit bieten.

Eine Absicht, die auch der Schulleiter Horrer seinen Schülern bereitstellen will, könnten doch die praxisnahen Anforderungen nur in den jeweiligen Firmen vermittelt werden, betont er.

Sein Dank richtete sich auch an Ida Willumeit-Reichenecker. Als Vertreterin der IHK Reutlingen hat sie die Zusammenarbeit vermittelt, die noch im Frühjahr starten soll.